Аукцион Bidspirit | Eugen Kuehnemann, Autograph on Rede
Eugen Kuehnemann, Autograph on Rede delivered in Weimar on 8 August 1913 at Schillerbund Festival, in German 8 pages, size: 24 x 16 cm., uncut copy. Brown stains to all pages, yellow paper Rede des Universitaetsprofessors Dr. Eugen Kühnemann in Breslau 8 August 1913 Weimar, Schillerbund-Festspiele German classical culture, Weimar, education of youth, and the legacy of 1813 and 1870. German text of the first page Rede des Universitaetsprofessors Dr. Eugen Kühnemann in Breslau, gehalten am 8. August 1913, dem letzten geselligen Abend waehrend der diesjaehrigen Schillerbund-Festspiele. Meine lieben jungen Freundinnen und Freunde, verehrte Damen und Herren! Es ist ein großer und festlicher Gedanke, der Sie wie vor Ihnen schon viele und nach Ihnen hoffentlich noch ungezählte Tausende Ihrer Altersgenossen in schönen Ferien- und Sommertagen zu diesen Festspielen nach Weimar bringt. Es ist der Gedanke, Ihre Schulerfahrungen abzuschließen mit einem großen Eindruck, der weiter wirken soll auf Ihr ganzes Leben. Sie sollen hier in unmittelbaren Verkehr treten mit den größten Werken des deutschen Geistes. Sie sollen sie anschauen in Stunden, die nicht sowohl allen Sorgen entrückt sind (wahre Sorgen kennen Sie ja noch nicht) als vielmehr allem Alltag. Die Werke, an denen Sie in Ihrem Schulleben doch auch zuweilen sich recht mühen müssen, sollen wieder in dem Festgewande vor Sie treten, das Ihnen das natürliche ist. Sie sehen sie in der Stadt, in der die meisten dieser Dichtungen entstanden, an Tagen, an denen Sie den großen Schöpfern nahe gekommen in den Häusern, in denen sie gelebt, auf den Wegen, die sie in Freude und Arbeit gegangen sind. Sie werden in eine wahre Gemeinschaft mit dem innersten Leben der großen Gebilde hineingezogen. Als gingen sie für Sie noch einmal frisch aus der Seele ihrer Schöpfer hervor und in Ihre eigene Seele, in Ihr eigenes Leben hinüber. Und so soll es der große Geist von Weimar sein, der Ihr innerstes Dasein ergreift. Denn jene geistige Welt, die wir unsern großen Denkern und Dichtern verdanken, bildet ja bis heute unsern besten Anspruch auf unsere Geltung unter den Völkern im Sinne der Arbeit an einer Menschheitskultur. Weimar bedeutet mehr als einige schöne Dichtungen. Es bedeutet eine Lebensbotschaft, einen hohen Glauben, das tiefste Verständnis menschlicher Dinge, das bis heute in der Welt gewesen, und den Inbegriff derjenigen Gedanken, nach denen wir leben sollen, damit unser Leben Gehalt bekomme und wertvoll für die Menschheit sei. Daß diese Gedanken in Ihnen lebendig werden und Ihr Leben bestimmen, ist die Hoffnung, die wir für unsere Jugend hegen müssen; es ist die beste Hoffnung dieser Festspiele. Aber wenn eine solche Veranstaltung immer wichtig wäre, so doch vielleicht niemals wichtiger als in diesem Jahre 1913, in dem wir alle beständig unter den großen Erinnerungen an die Erhebung von 1813 stehen. Die Heldentaten von 1870 sind unserm Gedächtnis näher. Wir sollen auch sicherlich nicht aufhören, ihnen dankbar zu sein. Es heißt jedoch nicht sie herabsetzen, wenn wir sagen, daß es sich im Jahre 1813 um etwas Größeres für Deutschland handelte. Zu den Siegen von 1870 zog ein wohl vorbereitetes Volk, in seiner ganzen Macht, unter genialer und zielbewußter Führung. Es war ein letzter Schritt auf gut gebahntem Wege. This brochure contains a speech by Professor Dr. Eugen Kuehnemann (1868-1946) of the University of Breslau, delivered in Weimar on 8 August 1913, during the final social evening of that year's Schillerbund Festival (Schillerbund-Festspiele). Kühnemann addresses young people attending the festival and explains its educational and cultural purpose. The visit to Weimar was intended to give students something more lasting than ordinary classroom study: a direct encounter with the great works of German literature and thought in the very city associated with their creators. He emphasizes that works encountered with difficulty at school should here be experienced in their natural, “festive” setting. By visiting the houses and walking the paths connected with Weimar's great writers, the students could feel closer to the intellectual and spiritual world from which their works emerged. For Kuehnemann, Weimar represents far more than a collection of great literary works. It embodies a cultural and moral ideal: a “message for life”, a profound understanding of humanity, and principles by which people should live so that their lives acquire meaning and value for mankind. He presents the legacy of Germany's great poets and thinkers as Germany's most important contribution to a universal human culture. The speech then turns to the significance of 1913, the centenary of the German uprising and Wars of Liberation of 1813. Kühnemann compares 1813 with the German victories of 1870, arguing that although the achievements of 1870 deserved gratitude and remembrance, the events of 1813 represented something even more fundamental for Germany. In 1870, he says, - Eugen Kuehnemann,